
Zahlen 30. August 2026
Baukasten oder eigene Website: die Rechnung nach drei Jahren
Im ersten Jahr gewinnt der Baukasten immer. Fünf Stellen, an denen die Rechnung kippt, was ein Umzug wirklich kostet, und die drei Fälle, in denen der Baukasten richtig ist.
Im ersten Jahr geht die Rechnung immer für den Baukasten aus. Zwanzig Euro im Monat, ein Wochenende Arbeit, fertig. Jeder Vergleich, der nur dieses Jahr betrachtet, kommt zum selben Ergebnis, und er hat recht.
Die Frage ist, was im dritten Jahr passiert, denn da liegen die Kosten an fünf anderen Stellen, nicht mehr im Abo.

Warum Baukästen dich langfristig ausbremsen
Der Vergleich, wie er auf unserer Webdesign-Seite steht, in drei Zeilen:
| Womit | Baukasten | Eigene Seite |
|---|---|---|
| Ladezeit | Im Feld meist unauffällig: 94 % der deutschen Wix-Seiten erreichen einen guten Wert | Kann schneller sein, ist es im Schnitt aber nicht: bei WordPress sind es 70 % |
| Suchmaschinen | Grundfunktionen, wenig Zugriff auf Struktur und Auszeichnung | Voller Zugriff auf Struktur, Auszeichnung und Messung |
| Gestaltung | Vorlage, die tausend andere auch nutzen | Auftritt, der zu deiner Marke gehört |
Die fünf Stellen, an denen die Rechnung kippt
1. Ladezeit
Hier haben wir uns selbst korrigiert. Ein Baukasten lädt viel mit, was die einzelne Seite nicht braucht, das ist die Bedingung dafür, dass jede Vorlage mit jedem Bauteil funktioniert. Man könnte daraus schließen, dass Baukastenseiten langsam sind. Die Messwerte sagen das Gegenteil.
Im Chrome-Nutzungsbericht, der die Ladezeit echter Besuche misst, erreichen in Deutschland 94,4 % der Wix-Seiten und 99,4 % der Jimdo-Seiten einen guten Wert. Bei WordPress sind es 70,3 %. Der Grund liegt nicht in der Gattung: Ein Baukasten zwingt jede Seite in dieselben, straff optimierten Bahnen, während unter WordPress vom Drei-Euro-Hosting bis zum Konzernauftritt alles läuft. Geschwindigkeit ist eine Frage von Umsetzung und Hosting, nicht von Baukasten gegen Eigenbau.
Was bleibt: Eine eigene Seite kann deutlich schneller sein, weil man jede Entscheidung selbst trifft. Von allein ist sie es nicht.
2. Erweiterbarkeit
Die erste Sonderfunktion, die es im Baukasten nicht gibt, ist der Punkt, an dem es unangenehm wird: ein Formular mit Zwischenschritten, eine Preisberechnung, eine Terminbuchung, die zum eigenen Ablauf passt. Es gibt dann zwei Wege, und beide kosten: sich anpassen oder umziehen.
3. Wie viele Leute Zugriff haben
Mit einer Person, die pflegt, ist ein Baukasten bequem, mit vier Abteilungen dagegen wird er ein Problem, weil es keine Rollen gibt, keine Vorlagenbindung und keinen Weg, eine Fehlbedienung rückgängig zu machen.
4. Ausstieg und Mitnahme
Der wichtigste Punkt und zugleich der, der am seltensten geprüft wird, weshalb er vor den Start gehört und nicht danach: Bekomme ich meine Inhalte in einer Form heraus, die woanders wieder einlesbar ist? Bei den meisten Baukastenanbietern lautet die Antwort: die Texte ja, die Struktur nein.
5. Laufende Gebühr gegen einmalige Arbeit
Eine Abogebühr endet nie. Eine gebaute Seite ist bezahlt und braucht danach Pflege, nicht Miete. Ob sich das über fünf Jahre rechnet, hängt an genau zwei Zahlen: der monatlichen Gebühr und dem einmaligen Bauaufwand. Bei zwanzig Euro im Monat sind das 1.200 Euro in fünf Jahren, damit gewinnt der Baukasten die reine Kostenrechnung. Wer die eigene Seite trotzdem wählt, tut es wegen der vier anderen Punkte, nicht wegen des Preises.

Was ein Umzug kostet, wenn man ihn später doch macht
Nicht die neue Seite. Die hätte man ohnehin irgendwann gebraucht. Sondern das, was daran hängt:
- Umleitungen. Jede alte Adresse braucht ein Ziel, sonst verliert die Seite ihre Position in der Suche.
- Inhalte übertragen. Meistens von Hand, weil die Struktur nicht mitkommt.
- Postfächer und Domain. Der Teil, den alle vergessen und der am längsten dauert.
- Nacharbeit. In den Wochen danach fällt auf, was nicht mitgekommen ist.
Wir haben das im August 2026 selbst gemacht, mit unserer eigenen Domain. Der Umzug an sich war ein Tag, die Nacharbeit an Umleitungen, Adressen und Postfächern eine Woche. Das ist der ehrliche Preis, und er fällt unabhängig davon an, wie gut die neue Seite ist.

Wann ein Baukasten die richtige Antwort ist
Diesen Fall gibt es, und er wird von Agenturen ungern genannt:
- Wenn die Seite eine Visitenkarte ist und bleiben soll. Fünf Unterseiten, ein Kontaktformular, keine Ambitionen bei der Suche.
- Wenn etwas schnell online muss und in einem Jahr ohnehin ersetzt wird.
- Wenn niemand da ist, der pflegt. Eine gebaute Seite ohne Betreuung altert schneller als ein Baukasten mit Automatik.
In allen drei Fällen wäre eine eigene Seite Geldverschwendung, und wir sagen das auch.
Die drei Fragen vor der Entscheidung
- Wie viele Seiten hat der Auftritt in drei Jahren? Unter zehn spricht für Baukasten, über dreißig dagegen.
- Wie viele Menschen sollen etwas ändern dürfen? Ab drei braucht es Rollen und Vorlagen.
- Soll die Seite Anfragen bringen oder nur da sein? Wer messbare Anfragen will, braucht Zugriff auf Struktur, Ladezeit und Auswertung.
Zwei Beiträge dazu
- Markenhandbuch: was ab fünfzig Mitarbeitern darin stehen muss
- Marketing-Kennzahlen, einmal ohne Agenturdeutsch
Die Leistungsseite dazu
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